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Die Hüfte

Wenn Knie oder Hüfte schmerzen, die Gelenke steif sind, bei geringster Belastung schmerzen und die Mobilität schwindet, kann dies oft quälend werden und es vergeht die Lebensfreude. Oft handelt es sich dann um den viel zitierten Gelenkverschleiß, die Arthose.

Nicht jeder Mensch ist gleich. Diese schöne Tatsache macht unser Leben und das Miteinander erst interessant. Für uns Ärzte bedeutet dies aber gleichzeitig, dass jeder Mensch auch individuell betrachtet und behandelt werden muss. Daher führen wir mit jedem Patienten zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese), dann erfolgt eine eingehende Untersuchung und anschließend eine individuelle Diagnostik. Oft liegen verschiedene Erkrankungen vor, die zum Teil sehr ähnliche Symptome verursachen. Es gilt daher immer der Grundsatz:

Der Mensch steht im Mittelpunkt und wird individuell behandelt.
Ab einem gewissen Krankheitsstadium kann oft nur noch der Gelenkersatz helfen. Dennoch zögern viele Menschen die Entscheidung für ein künstliches Gelenk hinaus. Teils geschieht dies mangels Aufklärung, teils aus der verständlichen Angst vor dem operativen Eingriff.

Ist nach der Diagnostik sicher, dass die Beschwerden durch die Arthrose verursacht sind, gilt es die richtige Therapie zu wählen. Hierfür muss das Alter, die individuelle Anatomie, die Knochenqualität und die Aktivitäten des Betroffenen berücksichtigt werden. Entscheiden wir uns gemeinsam mit dem Patienten für eine Operation, muss das beste Verfahren individuell gewählt werden. Oft, nicht immer, ist dann der künstliche Gelenkersatz die sinnvollste Therapie.

Dieser persönliche Leitfaden wird Sie eingehend über Ihre Erkrankung und den Gelenkersatz an der Hüfte informieren. Er möchte Ihnen die Angst nehmen und Ihnen als Entscheidungshilfe dienen. Auf den folgenden Seiten erläutern wir Ihnen das Krankheitsbild Arthrose und erklären Ihnen genau, was bei der Operation geschieht. Sie erhalten hilfreiche Tipps, wie Sie sich am besten auf den Krankenhausaufenthalt, auf die Rückkehr nach Hause und auf Ihr neues Leben mit dem künstlichen Gelenk vorbereiten können.

Beachten Sie dabei bitte, dass die Hinweise Ihres Arztes immer Vorrang haben. Er ist mit Ihrem individuellen Fall vertraut und für die Diagnose sowie Behandlung Ihrer Erkrankung zuständig. Dieser persönliche Leitfaden ist daher als Ergänzung zur Beratung Ihres Arztes gedacht und kann diese selbstverständlich nicht ersetzen. 

Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre und viel Erfolg auf Ihrem Weg zurück in ein neues und mobiles Leben!

Die gesunde Hüfte - ein starkes Gelenk

Die menschliche Hüfte muss einiges aushalten. Sie ist das Gelenk unseres Körpers, das die größte Belastung auf sich nimmt. Als Kugelgelenk ist die Hüfte sehr flexibel beweglich. An fast jeder Körperbewegung ist sie beteiligt. Ungefähr 1,5 Millionen Bewegungen – so genannte Lastwechsel  – führt eine gesunde Hüfte im Jahr aus. Dabei trägt sie nicht nur ständig das normale körpereigene Gewicht, sondern nimmt, je nach Bewegung, sogar ein Vielfaches des Körpergewichtes auf. Beim langsamen Gehen wird sie aufgrund der Hebelverhältnisse beispielsweise mit dem Dreifachen, beim schnellen Gehen sogar bis zum Siebenfachen des Körpergewichtes belastet.

Das Hüftgelenk verbindet den Oberschenkelknochen mit der Hüftpfanne im Beckenknochen. Am oberen Ende des Oberschenkelknochens sitzt der kugelförmige Hüftkopf. Er ist mit glattem Knorpel bedeckt und gleitet bei jeder Bewegung in der Hüftpfanne, die ebenfalls mit einer dicken Knorpelschicht ausgekleidet ist. Eine Gelenkkapsel umschließt das Hüftgelenk und hält gemeinsam mit dem umliegenden Muskel-, Sehnen- und Bänderapparat den Hüftkopf bei jeder Bewegung stabil in der Hüftpfanne.

Die Innenhaut der Gelenkkapsel produziert eine zähe Flüssigkeit, die auch als „Gelenkschmiere“ bezeichnet wird. Sie ernährt den Gelenkknorpel und hält ihn elastisch, gleichzeitig hält sie die beiden Knochen im Gelenk auf Abstand. So ist für eine reibungslose und schmerzfreie Bewegung gesorgt.

Die kranke Hüfte – Ursachen und Symptome

Gelenkbeschwerden zählen zu den großen Volkskrankheiten. Man schätzt, dass allein in Deutschland ca. sechs Millionen Menschen Probleme mit ihren Gelenken haben. Bei 20 - 40% der 60-Jährigen finden sich in Röntgenuntersuchungen Zeichen für eine Arthrose. Rund ein Drittel der Betroffenen klagt über Schmerzen. Hüftarthrose, in der Fachsprache „Coxarthrose“ genannt, ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen.

Arthrose bezeichnet den allmählichen Verschleiß der Gelenkoberflächen, d.h. die Knorpelschicht, die das Gelenk schützen soll, wird zerstört und kann nicht mehr als Stoßdämpfer wirken. Die Knochen reiben im Gelenk direkt aufeinander, sie nutzen sich ab und verformen sich sogar. Die Folgen sind starke Schmerzen, zunächst bei besonderen Belastungen, wie z. B. nach einem längeren Spaziergang. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto früher treten die Schmerzen auf, schließlich sogar im Ruhezustand. Im Endstadium leiden die Patienten meist unter andauernden starken Schmerzen.

Welche Ursachen die Arthrose hat, ist in den meisten Fällen nicht bekannt. Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren und Erkrankungen, die bekanntermaßen die Entwicklung einer Arthrose begünstigen.
Das Alter und die generelle Abnutzung der Gelenke im Laufe der Lebensjahre zählen zu den Hauptursachen. Unser Knochengerüst kann mit der steigenden Lebenserwartung nicht mithalten und verschleißt vorzeitig. Das Arthroserisiko wächst mit zunehmendem Alter.

Aber auch Fehl- und Überbelastungen zählen zu den Risikofaktoren: Dazu gehören die X – oder O-Beinstellung, Bewegungsmangel oder Übergewicht, das die Gelenke über Gebühr belastet. Gelenkentzündungen, verursacht durch rheumatische oder Stoffwechselerkrankungen gehören zu den verstärkenden Faktoren. Oder eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes: Sie kann zu einer Unterversorgung des Hüftgelenks und zum Absterben des Hüftkopfes – der so genannten Hüftkopfnekrose – führen.

Unfälle und Verletzungen können ein anderer Grund für den degenerativen Gelenkverschleiß sein. Vor allem ältere Menschen mit verminderter Knochendichte bzw. so genanntem „Knochenschwund“ (Osteoporose), aber auch Frauen nach den Wechseljahren und junge sportlich aktive Menschen erleiden bei Stürzen häufig einen Schenkelhalsbruch, der den Gelenkersatz nötig machen kann. 

Abschließend können angeborene Fehlstellungen für schmerzhafte Gelenkprobleme sorgen. Eine Hüftdysplasie tritt im Säuglingsalter auf, wenn die Hüftpfanne nicht richtig ausgebildet ist und der noch weiche Hüftkopf keinen stabilen Halt in der Hüftgelenkpfanne findet. Ob der Säugling eine dysplastische Hüfte hat, wird heute routinemäßig untersucht. Bei leichteren Fällen handelt es sich lediglich um eine Entwicklungsverzögerung, die in den ersten Wochen nach der Geburt reguliert werden kann. Bei schwereren Fällen kann dem Kind konservativ, z. B. mit einer Spreizhose, geholfen werden, so dass sich die Gelenkpfanne im Nachhinein ausformen kann, mitunter ist auch ein operativer Eingriff nötig. Eine unbehandelte schwere Dysplasie kann zu bleibenden und schmerzhaften Schäden des Hüftgelenks und zur Entwicklung einer Arthrose führen.

Diagnoseverfahren

Röntgenbild

Die krankhaften Veränderungen am Hüftgelenk lassen sich in der Regel mit einem Röntgenbild darstellen. Die Röntgenstrahlung schwärzt den Röntgenfilm. Dabei ergeben sich durch die unterschiedliche Strahlenabsorption im Gewebe natürliche Kontraste. Weiches Gewebe wie Muskeln, Sehnen und Fettgewebe absorbiert wenig Strahlung und ist deshalb nicht zu sehen. Knochengewebe absorbiert dagegen viel Strahlung und hinterlässt weiße Schatten auf dem Röntgenbild.

Bei Arthrose ist der zerstörte Knorpel zwar nicht sichtbar, der Arzt erkennt jedoch an der Breite des Gelenkspaltes den Knorpelverlust. Die sichtbaren Knochenstrukturen, ihre Verformungen und Wucherungen lassen ebenfalls auf das Arthrosestadium schließen.

Computertomografie (CT)

Bei der Computertomografie werden Röntgenstrahlen von mehreren Detektoren aufgezeichnet. Der Vergleich der gemessenen und ausgesendeten Strahlen gibt Informationen über das untersuchte Gewebe. Der Computer erstellt aus diesen Informationen Schnittbilder.

Die Gewebe werden in verschiedenen Graustufen abgebildet, so dass man sie voneinander unterscheiden kann. Die Computertomografie bildet Knochenschädigungen deutlich ab und zeigt auch Weichteile wie Muskel- und Knorpelgewebe.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Die MRT (oder Kernspintomografie) kommt ohne Röntgenstrahlen aus und setzt stattdessen Magnetfelder ein. Der Mensch besteht aus zahllosen biologischen Magneten. Die MRT kann messen, wann wo welche Energie im Körper abgegeben wird und rechnet dies in Schnitt­bilder um. Strukturen im Gelenkinneren wie Knorpel und Bänder zeigt die MRT sehr gut.

Kontakt

Dr. Michael Jonas

Chefarzt

Tel.: 02841 107-2419

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