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Diabetes mellitus

Die Zuckerkrankheit, wissenschaftlich als Diabetes mellitus bezeichnet, ist weltweit eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Durch die Entwicklung von modernen Medikamenten und neuen Behandlungsverfahren ist es inzwischen ­gelungen, die Erkrankung für die Patienten gut therapierbar zu machen.

Weltweit sind ca. 230 Millionen Menschen nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO an Diabetes mellitus erkrankt. Im Jahr 2030 könnten es 360 Millionen Menschen sein. In Deutschland leiden ca. 5 % der Bevölkerung an Diabetes mellitus, das sind fast 4 Millionen Menschen; davon sind wiederum ca. 200.000 Menschen an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt, den man auch als "Diabetes des jugendlichen Alters" bezeichnet.

Patienten mit Diabetes mellitus erkranken häufiger an Herz- und Nierenerkrankungen sowie Schlaganfällen, ­zusätzlich verlaufen diese Erkrankungen (wenn sie auftreten) schwerer. Durch geeignete therapeutische Maßnahmen kann dieses Risiko deutlich gesenkt werden. Auch eine gewisse genetische Veranlagung spielt eine Rolle.

Diabetes durch die Jahrhunderte

Die Bezeichnung Diabetes mellitus kommt aus dem Griechischen und bedeutet „honigsüßer Durchfluss“. Dies rührt daher, dass in der Zeit der Antike viele Krankheiten durch Geruch und Geschmack der „menschlichen Körpersäfte“ diagnostiziert wurden. Der Urin von an Diabetes Erkrankten schmeckte dabei nach Honig; dies ist für die Namensgebung dieser Erkrankung verantwortlich. Schon im Mittelalter wurde ein Zusammenhang mit einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vermutet. Doch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten Forscher den Nachweis erbringen, dass bei der Erkrankung das Hormon Insulin eine große Rolle spielt. In den nachfolgenden Jahren ist es dann gelungen, dieses Hormon künstlich herzustellen, wozu am Anfang die Bauchspeicheldrüsen von Schweinen verwendet wurden.

Diabetes – Stoffwechsel auf Abwegen

Menschen, die keine Probleme mit dem Zuckerstoffwechsel haben, gelingt das Zusammenspiel zwischen Blutzucker und Insulinausschüttung problemlos, sodass der Blutzuckerspiegel nahezu konstant gehalten wird. Der Diabetes mellitus ist eine chronische Störung des Blutzuckerstoffwechsels, bei der die Körperzellen den im Blut vorhandene Glucose nicht mehr vollständig aufnehmen können. Deshalb kommt bei Diabetikern zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel, der sogenannten „Hyperglykämie“. 

Verantwortlich dafür sind zwei Krankheitsvorgänge:

  • Die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse produzieren gar kein oder zu wenig Insulin; dies ist der typische Befund beim Diabetes mellitus Typ 1.
  • Das Insulin kann in den Zellen nicht mehr ausreichend wirken. Dann wird die Erkrankung als Diabetes mellitus Typ 2 bezeichnet.

Insulin und der Blutzucker

Glucose, auch Blutzucker genannt, ist ein lebenswichtiger Energieträger des Körpers. Sie entsteht im Magen-Darm-Trakt durch die Verdauung von Kohlenhydraten aus der Nahrung und gelangt dann aus dem Darm in den Blutkreislauf. Glucose wird in der Leber und im Fettgewebe gespeichert, bis sie zum Einsatz kommt.

Damit Glucose in die Körperzellen gelangen kann, wird das Hormon Insulin benötigt. Dieses Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und ist sozusagen der Schlüssel für die Glucoseaufnahme. Erst mit Hilfe dieses Hormons wird der Zucker aus dem Blut in die Zellen befördert. Gebildet wird Insulin in der Bauchspeicheldrüse, einem Organ, das im Oberbauch – etwas oberhalb des Bauchnabels – gelegen ist. Die Bauchspeicheldrüse hat im Wesentlichen zwei Funktionen: Zum Einen senkt es den Zuckergehalt im Blut und zum Anderen verhindert es die Freisetzung der Glucose aus den Speichern der Leber und des Fettgewebes.

Formen von Diabetes und ihre Ursachen

Nicht jeder, der eine Buttercremetorte oder auch einmal einen Schokoriegel zuviel verzehrt, erkrankt sofort an Diabetes. Eine solche Erkrankung hängt von verschieden Umständen ab. Die Wissenschaft hat heute eine ziemlich genaue Vorstellung von den Prozessen, die zu einer Zuckerkrankheit führen.

Diabetes mellitus Typ I ("Jugenddiabetes")

Diese Erkrankung beginnt häufig schon im Kindesalter, ist nicht heilbar und die Patienten sind auf die Gabe von Insulin angewiesen.

Die Ursache hierfür ist eine Autoimmunerkrankung, das heißt körpereigene Zellen, die eigentlich der Abwehr von z. B. Krankheitserregern dienen, beginnen plötzlich, sich gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zu richten und diese zu zerstören. Als Auslöser für diesen fatalen Prozess kommen nicht selten banale Virusinfektionen in Frage. Dies bedeutet, dass man sich gegen die Erkrankung des Typ 1 Diabetes mellitus eigentlich nicht schützen kann.

Diabetes mellitus Typ II ("Altersdiabetes")

Dieser Diabetestyp wurde früher als „Altersdiabetes“ bezeichnet, da viele der betroffenen Patienten schon älter (häufig > 50 Jahre) waren. Jeder fünfte über 70-jährige ist an einem Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. In den letzten Jahren zeigt sich jedoch, dass zunehmend auch jüngere Patienten daran erkranken. Häufig ist es so, dass auch schon die Eltern oder Großeltern an dieser Stoffwechselerkrankung litten und die Krankheit an die Nachkommen weitervererbt haben.

Der Typ 2 Diabetes wird häufig durch ein Nahrungsüberangebot und das daraus resultierende Übergewicht begünstigt. So ist inzwischen bekannt, dass die ­Kombination aus Übergewicht, fehlender körperlicher Bewegung und falscher Ernährung einen Vorgang befördern, der als Insulinresistenz bezeichnet wird. Dabei können Muskel-, Leber- und Fettgewebe nicht mehr ausreichend auf das vorhandene Insulin reagieren. In der Folge steigt der Insulinspiegel kontinuierlich an. Dieser Vorgang ist schleichend und verursacht keine Schmerzen. Die Bauch­speicheldrüse arbeitet aber schon jetzt auf höchstem Niveau. Bis irgendwann die Produktion der Bauchspeicheldrüsenzellen erlahmt. Experten sprechen dann von einem „relativen Insulinmangel“.

Sonderfall Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

Bei rund 4-6 % der Schwangeren kommt es im Verlauf zu einem Diabetes mellitus. Möglicherweise spielen dabei hoher Fettgehalt der Nahrung, wenig Bewegung und Übergewicht eine Rolle. Meistens bildet sich der Diabetes nach der Entbindung wieder zurück.

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Dr. Andreas Adler

Chefarzt Diabetologie

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