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St. Josef Krankenhaus GmbH Moers

Kardiologie

Erkrankungen des Herz/Kreislaufsystems stellen in der Bundesrepublik die häufigste Todesursache dar. Mehr als 400.000 Menschen versterben jährlich an akutem Herzinfarkt, Koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder plötzlichem Herztod.

Um Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen noch effektiver gestalten zu können, hat das St. Josef Krankenhaus Moers innerhalb der Abteilung für Innere Medizin (Chefarzt Dr. med. Christoph Vogt) ein Department für Kardiologie eingerichtet.

Auf unseren Internetseiten möchten wir mit Ihnen eine kurze Reise durch den Motor unseres Kreislaufsystems unternehmen, Ihnen wichtige kardiologische Krankheitsbilder und unser entsprechendes Leistungsangebot vorstellen.

Zusammenarbeit mit anderen Praxen und Abteilungen

Mit einem Team hochqualifizierter Mitarbeiter, unterstützt durch eine technische Ausrüstung auf neuestem Stand, können Erkrankungen aus dem gesamten Bereich der Kardiologie rasch diagnostiziert und nach neuesten Erkenntnissen behandelt werden. Die Einbettung in die Abteilung für Innere Medizin hat für die Patienten den Vorteil, dass auch eventuell bestehende Begleiterkrankungen, zum Beispiel ein neu entdeckter Diabetes mellitus, zügig mitbehandelt werden können.

Dr. Afif Haj-Yehia und Dr. Stefan Schickel: Zusammenarbeit St. Josef Moers und kardiologische Gemeinschaftspraxis

von li: Dr. Afif Haj-Yehia, Kardiologische Gemeinschaftspraxis und Dr. Stefan Schickel

Mit einem Team hochqualifizierter Mitarbeiter, unterstützt durch eine technische Ausrüstung auf neuestem Stand, können Erkrankungen aus dem gesamten Bereich der Kardiologie rasch diagnostiziert und nach neuesten Erkenntnissen behandelt werden. Die Einbettung in die Abteilung für Innere Medizin hat für die Patienten den Vorteil, dass auch eventuell bestehende Begleiterkrankungen, zum Beispiel ein neu entdeckter Diabetes mellitus, zügig mitbehandelt werden können.

Neben der nichtinvasiven kardiologischen Diagnostik wird in enger Zusammenarbeit mit der Kardiologischen Praxisgemeinschaft im Ärztezentrum am St. Josef Krankenhaus, Dres. med. Beate Zygan, Thomas Reiff, Stephan Linse, Afif Haj-Yehia und Praxis Dr. med. Karl Wilhelm Heinrich auch die komplette kardiologische Invasivdiagnostik mit Linksherzkatheter-Untersuchung, Koronarangiographie, PTCA und Stentimplantation vorgehalten.

 

Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen

Ein Schwerpunkt des Departments für Kardiologie ist die Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen. Mittels elektrophysiologischer Untersuchung (EPU) im Herzkatheterlabor können auch komplexe Herzrhythmusstörungen sicher diagnostiziert und mittels Radiofrequenzablation kurativ behandelt werden. Bei Patienten, bei denen ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod besteht, können automatische Defibrillatoren implantiert werden, die einen sicheren Schutz vor bösartigen Herzrhythmusstörungen bieten.

Leistungen

Bei Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche kann die Belastbarkeit und Lebensqualität durch die kardiale Resynchronisationstherapie (biventrikulärer Schrittmacher) deutlich gesteigert werden. Eine besondere Aufgabe sieht das Departement für Kardiologie in der Vorbeugung von Herz,– Kreislauferkrankungen. Bei jedem Patienten wird während des stationären Aufenthaltes ein individuelles Risikoprofil erstellt, jeder Patient wird beraten, wie er mit einer gesunden Lebensführung seine Herzerkrankung positiv beeinflussen kann und es werden entsprechende diagnostische und therapeutische Maßnahmen eingeleitet.

Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)

Mit 60 Jahren leiden bereits 50 % der Bevölkerung an erhöhten Blutdruckwerten. Die Grenzwerte liegen hier bei 140/90 mmHg in Ruhe. Die nicht behandelte arterielle Hypertonie ist eine der Hauptursachen für Schlaganfall, Herzschwäche, koronare Herzkrankheit und Nierenschwäche sowie eine Vielzahl anderer Gefäßerkrankungen, z. B. Erweiterung der großen Körperschlagadern (Aortenaneurysma).

Im frühen Stadium bereitet die arterielle Hypertonie dem Patienten nur wenige Beschwerden, aber auch Blutdruckwerte von 150 oder 160 mmHg schädigen auf Dauer das Gefäßsystem. Häufigste Symptome des hohen Blutdrucks sind eine Luftnotsymptomatik oder auch Brustschmerzen bei Belastungen sowie auch Kopfschmerzen. Bei über 90 % der Patienten handelt es sich um eine so genannte primäre arterielle Hypertonie, die genetisch bedingt ist und mit steigendem Lebensalter zu hohen Blutdruckwerten führt. Nur in wenigen Fällen spielen seltene Erkrankungen z. B. der Niere oder des Hormonstoffwechsels eine Rolle.

Zur weiteren Diagnostik sind eine 24-h-RR-Messung, ein Belastungs-EKG, eine Sonographie der Nieren und auch eine Echokardiographie sinnvoll. Sollte sich ein erhöhter Blutdruck bei Kontrollmessungen bestätigen, muss er zur Vermeidung von Spätschäden dringend behandelt werden. An erster Stelle stehen immer nicht-medikamentöse Allgemeinmaßnahmen. Dabei sind eine Gewichtsmaßnahme bei Übergewicht, regelmäßige körperliche Bewegung neben einer ausgewogenen, natriumarmen Kost die wichtigsten Standbeine. In einigen Fällen kann damit der RR bereits erfolgreich behandelt werden. In den meisten Fällen muss jedoch auch medikamentös behandelt werden. Hierfür stehen eine Vielzahl von bewährten, nebenwirkungsarmen Medikamenten zur Verfügung, z. B. ACE-Hemmer, AT1-Hemmer, Betablocker, Kalziumantagonisten, Diuretika und viele andere mehr. Meistens ist eine Kombinationstherapie dieser Substanzen notwendig. Oft ist eine lebenslange Behandlung notwendig, die aber in der Regel sehr gut vertragen wird.

Fazit: Die arterielle Hypertonie ist eine häufige, spät erkannte Erkrankung mit schweren Folgen für das Herz-Kreislauf-System, die durch regelmäßige körperliche Bewegung, Gewichtsnormalisierung und Medikation gut zu behandeln ist. Spätschäden werden dadurch verhindert.

Linksherzinsuffizienz - wenn das Herz schwach wird

Die Herzinsuffizienz, verursacht durch eine Pumpschwäche des Herzens, ist eine der häufigsten Einweisungsdiagnosen ins Krankenhaus. Koronare Herzkrankheit mit Herzinfarkt, arterielle Hypertonie, dilatative Kardiomyopathie, Herzklappenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen sind ihre häufigsten Ursachen. Ist der Herzmuskel, insbesondere die linke Herzkammer, nicht mehr in der Lage, das aus der Lunge zugeführte Blut in den Körperkreislauf zu pumpen (Linksherzinsuffizienz), kommt es zu einem Rückstau in die Lunge, den Bauchraum und abhängige Venen der Beine mit damit verbundener Atemnot und Beinödemen, welche die häufigsten Symptome darstellen. Lungenerkrankungen wie z. B. die COPD, Lungenemphysem oder auch große Lungenembolien können auch eine isolierte Rechtsherzinsuffizienz zur Folge haben. Oft liegt eine kombinierte Links- und Rechtsherzschwäche vor.

Der wichtigste diagnostische Schritt bei Zeichen der Herzschwäche ist neben dem EKG die Echokardiographie: Durch sie können binnen weniger Minuten das Ausmaß der Herzmuskelschwäche und mögliche Ursachen nachgewiesen werden. Häufig ist dann eine Herzkatheteruntersuchung sinnvoll, die Aufschluss über mögliche Verengungen der Herzkranzgefäße gibt. Bei Verdacht auf primäre Erkrankungen des Herzmuskels, etwa im Rahmen von Entzündungen oder Systemerkrankungen, ist die Durchführung eines ergänzenden Kardio-MRT sinnvoll.

Wichtigste therapeutische Maßnahme ist die Behebung der Ursache, z. B. Beseitigung von Koronarstenosen durch PTCA oder ACVB-Operation, Operation bei verengten oder undichten Herzklappen und Behandlung der arteriellen Hypertonie. Darüber hinaus ist aber fast immer eine kombinierte medikamentöse Therapie, bestehend aus Betablockern, ACE- oder AT1-Hemmern, Diuretika und auch neuen Substanzen notwendig. Die Progression der Herzinsuffizienz hängt stark von der Grunderkrankung sowie dem Stadium, in dem sie entdeckt wurde, ab. Es besteht eine enge Assoziation zwischen schwergradiger Herzinsuffizienz und einem plötzlichen Herztod durch bösartige ventrikuläre Herzrhythmusstörungen.

Durch moderne und konsequente medikamentöse Therapie, ergänzt durch interventionelle Maßnahmen wie z. B. Stentimplantation, Herzschrittmacher- oder Defibrillatorimplantation oder auch Versorgung mit einem System zur Resynchronisation der Herzfunktion (CRT) hat sich die Prognose bei vielen Patienten mit Herzinsuffizienz in den letzten 20 Jahren deutlich verbessern lassen.

Vorhofflimmern

Das Vorhofflimmern ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung (Arrhythmie). Beim Vorhofflimmern gerät der Impulsgeber unseres Herzens, der Sinusknoten, aus dem Takt und ein diffuses elektrisches Flimmern breitet sich in den Zellen der Vorhöfe aus und lässt das Herz „völlig aus dem Takt“ schlagen. Der Patient bemerkt dies als Herzstolpern oder Herzrasen oder aber auch in Form vom Aussetzern. Auch ein völlig gesundes Herz kann ein Vorhofflimmern entwickeln (Lone Atrial Fibrillation), aber auch z. B. Holiday Heart-Syndrom bei übermäßigem Alkoholgenuss oder bei Marathonläufern. Meistens liegt aber eine kardiale Ursache, wie z. B. eine arterielle Hypertonie, eine koronare Herzkrankheit, eine Herzschwäche oder ein Herzklappenfehler vor.

Vier Hauptprobleme ergeben sich daraus:

  1. Subjektive Beeinträchtigung durch Herzklopfen, Herzrasen, langsamen Herzschlag, Schwindel.
  2. Entwicklung einer Herzschwäche durch dauerhaft zu hohen oder zu niedrigen Herzschlag.
  3. Blutgerinnselbildung mit Emboliegefahr, insbesondere Schlaganfall.
  4. Bewusstlosigkeit durch Pausen im Herzschlag oder Synkopen.


Therapie:

  • Frequenzbegrenzung durch Betablocker/Kalziumantagonisten und Digitalis zur Verhinderung eines zu schnellen Herzschlages, alternativ:
  • Rhythmuserhaltende Therapie durch elektrische Kardioversion und spezielle Antiarrhythmika
  • Blutverdünnende Therapie in Abhängigkeit von Embolie- und Blutungsrisiko, z. B. mit Marcumar oder den neuen oralen Antikoagulatien wie z. B. Pradaxa oder Xarelto oder ASS
  • Ggfs. Schrittmacherimplantation bei zu langsamem Puls

 

Grundsätzlich wichtig ist bei Vorhofflimmern die Entscheidung, ob eine orale Antikoagulation mit Marcumar oder den neuen oralen Antikoagulantien Pradaxa oder Xarelto unter Berücksichtigung des individuellen Blutungsrisikos eingeleitet werden sollte. In der Regel sollte dies nach Abwägung des Risikos geschehen. Regelmäßige kardiologische Kontrolluntersuchungen sind ebenfalls zu empfehlen.

Plötzliche Bewusstlosigkeit

Der plötzliche Bewusstseinsverlust, häufig verbunden mit einem Sturz, ist für den Patienten immer ein beunruhigendes Ereignis. Als Ursachen kommen harmlose akute Kreislaufstörungen (so genannte neurokardiogene Synkopen), akute bradykarde oder tachykarde Herzrhythmusstörungen oder auch akute neurologische Erkrankungen in Frage. Synkopen können bei herzgesunden Menschen, aber auch als Ausdruck einer schwergradigen Herzerkrankung auftreten.

Wichtigster Diagnoseschritt ist die sorgfältige Anamneseerhebung mit der Klärung der Frage, unter welchen Umständen es zur Synkope gekommen ist. Daraus ergeben sich in vielen Fällen bereits Hinweise auf den Synkopenmechanismus. Weiterhin ist eine sorgfältige Interpretation des Ruhe-EKG notwendig. In der Regel werden auch ein Langzeit-EKG oder eine Echokardiographie und eine neurologische Untersuchung notwendig. Die Diagnostik kann sich manchmal schwierig gestalten und umfasst oft mehrere medizinische Fachgebiete. Die Therapie ist stark abhängig von dem nachgewiesenen oder vermuteten Synkopenmechanismus. So kommen bei den so genannten neurokardiogenen Synkopen primär nicht medikamentöse Allgemeinmaßnahmen wie das Einhalten einer ausreichende Trinkmenge, das Tragen von Stützstrümpfen oder die Aufnahme einer regelmäßigen sportlichen Aktivität und weniger eine spezifische medikamentöse Therapie in Frage. Bei nachgewiesenen zu langsamen Herzschlägen kann unter Umständen auch eine Schrittmacherimplantation notwendig sein.
Ergeben sich Hinweise auf eine schwergradige kardiale Grunderkrankung, ist dann auch eine Herzkatheteruntersuchung und weiterführende Diagnostik notwendig. Sollten umfangreiche diagnostische Maßnahmen letztlich keine sichere Diagnose ergeben und sollte es immer wieder zu Synkopen kommen, kann auch die Implantation eines so genannten Eventrecorders, der eine kontinuierliche Aufzeichnung der Herzaktivität gewährleistet, sinnvoll sein. Allgemein hängt die Prognose von Synkopen hängt stark von der zugrunde liegenden kardialen Grunderkrankung ab.

Koronare Herzkrankheit

Die koronare Herzkrankheit hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der großen Volkskrankheiten entwickelt und ist jährlich für eine Vielzahl kardiovaskulärer Todesfälle verantwortlich. Der koronaren Herzkrankheit zugrunde liegt eine Arteriosklerose der Koronararterien, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen. Bei fast allen Patienten können so genannte Risikofaktoren (Rauchen, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie, Übergewicht) identifiziert werden, die zu einer Plaquebildung in den Herzkranzgefäßen führen und letztlich kritische Gefäßverengungen zur Folge haben. Eine unbehandelte koronare Herzkrankheit führt zu Herzinfarkten und Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).


Symptome
Symptome sind die so genannte Angina pectoris-Symptomatik (Brustenge), belastungsabhängige Schmerzen, Druckgefühl oder Brennen hinter dem Brustbein oder dem gesamten Brustkorb. Gerade Frauen und Diabetiker haben oft weniger charakteristische Beschwerden wie Luftnot, Oberbauchschmerzen oder Schweißausbrüche oder beklagen eine allgemeine Belastungsschwäche.

Herzinfarkt

Das akute Koronarsyndrom (ACS) stellt die Akutmanifestation der koronaren Herzkrankheit mit instabiler AP und Herzinfarkt dar. Durch Plaqueaufbruch kommt es zum kompletten Gefäßverschluss mit Absterben des versorgten Herzmuskelgewebes - der akute Herzinfarkt. Lebensrettender Eingriff bei akutem Herzinfarkt ist die umgehende Herzkatheteruntersuchung mit Ballondilatation. Nach Wiedereröffnung des Gefäßes und Stentversorgung ist eine dauerhafte medikamentöse Therapie zur Blutverdünnung notwendig. Die heutige Standartherapie mit Betablocker, ACE-Hemmern, Cholesterinsenkern und ASS wirkt im Verlauf lebensverlängernd.

Akutes Koronarsyndrom

Durch Plaqueaufbruch kommt es zum thrombotischen, entweder inkompletten (instabile AP) oder kompletten (Myokardinfarkt) Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Symptome können sein: Anhaltender Vernichtungsschmerz im Brustkorb, nicht auf Nitro reagierend, starke Luftnot, Schweißausbruch und Kollaps. Unbehandelt verläuft heute noch eine Vielzahl von Myokardinfarkten tödlich. Eine sofortige Alarmierung des Rettungsdienstes (Telefon 112) und umgehende Verlegung ins Krankenhaus sind notwendig. Insbesondere in den ersten vier Stunden nach Schmerzbeginn stellt die Herzkatheteruntersuchung mit Wiedereröffnung des Gefäßes und Stentimplantation den entscheidenden lebensrettenden Eingriff dar. Am St. Josef Krankenhaus wird eine 24-h-Bereitschaft an 7 Tagen in der Woche für Herzkatheteruntersuchungen bei Infarktpatienten vorgehalten.

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)

Unser Herz schlägt am Tag etwa 100.000 - mal, Unregelmäßigkeiten in der Pulsschlagfolge (Arrhythmien) verunsichern daher den Menschen zutiefst. Arrhythmien können als Herzrasen, zu langsamer Herzschlag, Herzklopfen und – stolpern wahrgenommen werden, können sich jedoch auch als Kollapsereignisse oder Synkopen, aber zum Teil auch ohne jegliche Symptome manifestieren. Zu unterscheiden sind hierbei Bradykardien (zu langsamer Herzschlag) und Tachykardien (zu schneller Herzschlag) sowie Extrasystolen (zusätzliche Herzschläge).
Bradykardien kommen hauptsächlich durch Fehlfunktionen des Taktgebers des Herzens, des Sinusknotens, oder durch Blockade der Erregungsleitung im so genannten AV-Knoten zustande und können zu Atemnot unter Belastung, AP-Symptomatik und Synkopen führen. Tachykarde Herzrhythmusstörungen können in der Vorhöfen (supraventrikulär) und den Herzkammern (ventrikulär) entstehen. Die ventrikulären Tachykardien stellen eine unmittelbare Gefährdung des Patienten dar. Neben der Art der Herzrhythmusstörung ist für die Prognose die zugrunde liegende kardiale Erkrankung (insbesondere Herzinsuffizienz und Herzinfarkt) von entscheidender Bedeutung. Herzrhythmusstörungen können aber auch bei ansonsten völlig herzgesunden Menschen auftreten.

Behandlung von Herzrhythmusstörungen
Eine Behandlung kann erst nach Dokumentation im EKG oder 24-h-EKG erfolgen.
Bei Bradykardien ist unter Umständen eine Herzschrittmacher-Implantation notwendig, bei tachykarden Arryhthmien aus den Herzkammern unter Umständen eine Defibrillatorimplantation sinnvoll. Viele Herzrhythmusstörungen, insbesondere einzelne Extrasystolen, bedürfen keiner spezifischen Behandlung. Vom vor 20 Jahren noch häufigen Einsatz von spezifischen Antiarrhythmika ist man inzwischen weitgehend abgekommen. Die häufigste behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern
Fast immer ist eine medikamentöse Therapie notwendig, insbesondere auch die Entscheidung über eine orale Antikoagulation (Blutverdünnungstherapie) zur Vermeidung von Embolien. Die schwerwiegendste Arrhythmie ist der plötzliche Herztod mit Herzstillstand, meist durch anhaltende ventrikuläre Tachykardien und Kammerflimmern bedingt. Eine sofortige Defibrillation ist dann lebensrettend

Herzschrittmacher und Defibrillatoren

Seit über 50 Jahren können Menschen bei zu langsamem Herzschlag (Bradykardien) Herzschrittmacher eingesetzt werden. Je nach Indikation werden 1-Kammer-Schrittmacher (VVI-SM mit einer Elektrode in der linken Herzkammer) oder 2-Kammer-Schrittmacher (DDD-SM mit einer Elektrode im rechten Vorhof und einer Elektrode in der rechten Herzkammer) implantiert. Die Implantation erfolgt in örtlicher Betäubung über die große Schlüsselbeinvene mit einem kleinen Hautschnitt. Der implantierte Schrittmacher verhindert Pausen im Herzschlag und einen zu langsamen Herzschlag. Die Programmierung erfolgt von außen. In der Regel sind ein bis zwei ambulante Kontrollen im Jahr notwendig. Mit einem Herzschrittmacher ist ein normales Leben mit Reisen, Sport- und Freizeitaktivitäten möglich. Ein entscheidender Schritt zur Lebenserhaltung besonders gefährdeter Patienten war vor 30 Jahren die Entwicklung des automatischen implantierbaren Defibrillators (ICD). Der plötzliche Herztod (Herzstillstand) ist in über 90 % durch bösartige Herzkammerarrhythmien (Kammertachykardien, Kammerflimmern) bedingt. Ursachen sind häufig eine koronare Herzkrankheit aber auch gerade bei jungen Menschen genetisch determinierte Erkrankungen , z. B. rechtsventrikuläre Dysplasie, Long-QT-Syndrom, Brugada-Syndrom. ICD-Aggregate erkennen automatisch lebensbedrohliche ventrikuläre Arrhythmien und können diese durch einen internen Defibrillationsschock sofort beenden.


Besonders profitieren von einem solchen Aggregat Patienten mit überlebtem plötzlichen Herztod, zurückliegendem großen Herzinfarkt und ventrikulären Arrhythmien sowie Patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion und oben genannten arrhythmogenen Erkrankungen. Bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz und Linksschenkelblock im EKG ist neben der erheblich reduzierten Pumpkraft des Herzens noch zusätzlich das notwendige Zusammenspiel zwischen linker und rechter Herzkammer gestört. Diese Patienten erleben im Alltag schwerste Symptome ihrer Herzinsuffizienz trotz optimierter medikamentöser Therapie. Die so genannte Resynchronisationstherapie (biventrikuläre Schrittmacherstimulation/3-Kammer-Schrittmacher/Defibrillator) vermag durch simultane Stimulation beider Herzkammern das Herz wieder zu resynchronisieren. Die linke Herzkammer kann über die große Schlüsselbeinvene und den so genannten venösen Koronarsinus erreicht werden. Der Schrittmacher unterstützt bei jedem Herzschlag die Pumpkraft des Herzens, steigert Belastbarkeit und Lebensqualität und erreicht eine somit eine Lebenszeitverlängerung.

Alle genannten Operationen werden in Zusammenarbeit mit unserer Abteilung für Allgemeinchirurgie (Chefarzt Dr. med. Marc Alexander Renter) in örtlicher Betäubung oder leichter Narkose durchgeführt. Ein stationärer Aufenthalt ist in der Regel für 3 bis 5 Tage notwendig.

Zu einem fachlichen Austausch trafen sich unlängst Kardiologen aus Moers und Umgebung. Eingeladen zum diesjährigen "Update Kardiologie 2016" ins Repelner Hotel zur Linde hatten die leitenden Ärzte der beiden Moerser Krankenhäuser, Departmentleiter Dr. Stefan Schickel von der Kardiologie des Krankenhauses St. Josef und Chefarzt Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp von der Kardiologie des Bethanien-Krankenhauses.


Während Prof. Möhlenkamp bei der Ärztefortbildung über Neuigkeiten in der Behandlung Herzinsuffizienz referierte, trug sein Kollege Dr. Schickel über neue Möglichkeiten der medikamentösen Therapie bei koronarer Herzerkrankung vor.


Die beiden niedergelassenen Moerser Kardiologen Dr. Georg Durben und Dr. Stephan Linse hielten ebenfalls Vorträge. Der regelmäßige medizinische Austausch soll fortgesetzt werden.

Dr. Stefan Schickel, Dr. Stephan Linse, Dr. Georg Durben und Chefarzt Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp

Fachlicher Austausch von niedergelassenen Kardiologen und Klinikärzten:

Beim "Update Kardiologie 2016" im Repelner Hotel zur Linde referierten (v.l.n.r.) Dr. Stefan Schickel, Department für Kardiologie, St. Josef Krankenhaus Moers, Dr. Stephan Linse und Dr. Georg Durben als niedergelassene Moerser Kardiologen und Chefarzt Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp, Klinik für Kardiologie Krankenhaus Bethanien (Foto:KBM/Pickartz). 

Kontakt

Dr. med. Stefan Schickel, Departmenleiter Kardiologie
Tel.: 02841 107-24 40
Fax: 02841 107-24 48
innere@d3272aa548934943bf404b6cf52a0ae7st-josef-moers.de

Kontakt

Faical Haj-Taieb

Dr. med. Faical Haj-Taib
leitender Oberarzt
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie


Schwerpunktbezeichnung Interventionelle Kardiologie


Zusatzbezeichnung Notfallmedizin

Tel.: 02841 107-24 40
Fax: 02841 107-24 48
innere@03bd4f7898fe498ebc96eadbb3ff3f9fst-josef-moers.de

Kontakt

Dr. med. Sergiu Pasca

Dr. med. Sergiu Pasca

Funktionsoberarzt

Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Notfall- und Intensivmedizin